Sonntag, 22. April 2018

Psychic Archaeology - Paranormale Methoden in der Archaeologie


Der Archäologe Frederick Bligh Bond

Heute möchte ich mal wieder etwas zum Thema Archäologie schreiben. Wer das Buch "Von schwarzen Pyramiden und anderen Rätseln" gelesen hat, weiß das ich mich auch mal gerne mit Grenzwissenschaften befasse. Allerdings birgt dieser Bereich viele Untiefen und Fallstricke, so dass ich mir zu einigen paranormalen Themen noch kein Urteil gebildet habe. Vielen wird es vielleicht unbekannt sein, dass Archäologie und Grenzwissenschaften nicht erst seit Däniken miteinander verknüpft werden. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Spiritismus, also die Kommunikation mit Geistern, gerade sehr modern und machte auch vor der noch jungen Wissenschaft der Archäologie nicht halt.

Zu dieser Zeit, etwa um 1909, untersuchte der Archäologe Frederick Bligh Bond im Auftrag der Kirche das verfallene Kloster Glastonbury Abbey im Südwesten Englands. Mit Hilfe eines Freundes gelang es ihm angeblich Kontakt zu Geistern aufzunehmen, die ihm halfen die Überreste einer Kapelle zu finden, von der oberirdisch nichts mehr geblieben war. Dies kam allerdings 8 Jahre später heraus, und Bond wurde von der Kirche gefeuert.

Auch in der heutigen Zeit werden manchmal unter der Hand, also abseits der Öffentlichkeit, offenbar zuweilen paranormale Methoden in der Archäologie eingesetzt. Dabei wurde in einem archäologischen Amt in einem deutschen Bundesland schon einmal über den Sinn oder Unsinn des Einsatzes von Wünschelrutengängern diskutiert, wie mir zu Ohren kam. Eine weitere paranormale Methode ist das sog. Remote Viewing, also übersetzt "Fernwahrnehmung". Diese Methode kommt wie so vieles aus den USA und wurde von den dortigen Geheimdiensten Ende des 20. Jahrhunderts zum Aufspüren von russischen Militäranlagen genutzt. Man glaubte damals, dass die Russen ebenfalls solche Methoden einsetzen würden, und versuchte, bei dem vermeintlich verlorenen Terrain wieder Boden gut zu machen. Einzelne Mitarbeiter, die darin involviert waren, trugen diese Geschichte und die entwickelte Methode dann an die Öffentlichkeit, als das Programm eingestellt wurde. Das aufkommende Internet war ebenfalls ein Katalysator, der zur Verbreitung des Remote Viewing beitrug.

Bei dieser Methode sind, soweit ich es verstanden habe, mindestens zwei Personen involviert. Der eine, der "Moderator", gibt die Koordinaten vor, und das eigentliche "Medium", wie wir die zweite Person einmal so nennen wollen, notiert sich seine Eindrücke auf einem Zettel. Dabei gibt es verschiedene Stufen, die bis zur detailierten Beschreibung des "geviewten" Objektes reichen. Remote Viewer haben auch eine Theorie, das durch ihre Methode das "rationale Ich" ausgeschaltet wird, und man offen wird für "Informationsübertragungen" außerhalb der sinnlichen Wahrnehmung. Ich hoffe, ich habe das richtig wiedergegeben, für Kritik bin ich immer offen. Manche Remote Viewer behaupten sogar, das fast jeder ihre Methode lernen kann, es also keiner besonderen Fähigkeiten bedarf. Allerdings haben die Archäologen in Deutschland schon genug mit den bekannten Archäologischen Fundstätten zu tun, wenn es eine Methode gäbe, Fundstätten mit wenig Aufwand aufzuspüren, wären die Bodendenkmalämter glaube ich etwas überfordert. Wer mehr zu diesem Thema wissen will, dem sei dieser Wikipedia-Artikel empfohlen (auf Englisch):

Samstag, 21. April 2018

Windows 7 neben Ubuntu 18.04 auf einem HP 17-ak062ng

Einiges an Nerven hat mich der Versuch gekostet, Windows 7 zusammen mit Ubuntu 18.04 auf einem HP 17-ak062ng Notebook zu installieren. Zunächst einmal habe ich im Bios "Legacy Boot - Unterstützung" aktiviert. Dann habe ich die Windows 7 DVD gestartet. Man muß mit "esc" ins Bios-Menu gehen und dann den Boot-Manager aufrufen (ich glaube "strg" und "f9"). Dann kann man die DVD auswählen. Ich habe das Windows Partitionierungstool benutzt, um eine Windows-Partition einzurichten, man muß nur darauf achten, genügend freien Speicherplatz für Ubuntu zu reservieren.

Die Windows-Installation ging ohne Probleme vonstatten, allerdings hat das Einspielen der Updates Stunden gedauert. HP gibt keinen Support für Windows 7, aber hier findet man einige Treiber:

https://h30492.www3.hp.com/t5/Notebook-Betriebssysteme-und-Software/Benötige-dringing-Treiber-für-HP-17-ak062ng/td-p/500586
https://h30492.www3.hp.com/t5/Notebook-Betriebssysteme-und-Software/Grafik-und-Audiotreiber-Windows-7-für-Hp-17-ak062ng/td-p/509911

Danach gab es keine Fragezeichen mehr im Gerätemanager. Die Treiberinstallation lief bei mir im Gegensatz zu anderen Usern relativ reibungslos, ich möchte nicht ausschließen, dass es zu Problemen kommen kann.

Wenn man mit Windows 7 fertig ist, kann man Ubuntu in Angriff nehmen. Man sollte bei der Auswahl, wo man es Installieren soll, aufpassen, dass man nichts falsches wählt. In den Vorschlägen sollte unbedingt die Windows-Installation erwähnt werden. Bei mir war es glaube ich der erste Menupunkt, der richtig war. Etwas unschön bei Ubuntu finde ich, das nicht vorgeschlagen wird, eine Home-Partition einzurichten, das muss man manuell machen. Ich habe jedenfalls nichts derartiges gefunden. Wenn nun der Ubuntu-Boot-Manager nicht automatisch startet, ist noch ein Schritt zu erledigen. Im Bios unter Bootmanager steht Windows an erster Stelle, dies sollte man ändern (mit "strg" und "f10" speichern). Ansonsten muss man immer ins Bios-Menu um Ubuntu zu starten.

Achtung: Das Befolgen der Anleitung erfolgt auf eigene Gefahr, aber ich wollte sie mit anderen teilen, da unter den Amazon-Rezensenten anscheinend andere schon ähnliches versucht haben und gescheitert sind.

Update: Das Wlan funktioniert bei Ubuntu 18.04 immer noch nicht out of the Box, hier eine Anleitung, die fehlenden Treiber zu installieren:

https://forum.ubuntuusers.de/topic/ubuntu-findet-keine-drahtlosnetzwerke/2/#post-8917818

Und noch eine Bemerkung: Im Bios stehen am oberen Rand die Tasten zum Auswählen "f5", "f6", oder zum Speichern "f10". Hier muss man noch zusätzlich die "strg"-Taste drücken, jedenfalls bei meiner Bios-Version (Bios-Version Ende 2017).

Montag, 9. April 2018

Erste Schritte nach einer Debian Installation (auch nach einem schwarzen Bildschirm)

Heute möchte ich wieder ein wenig über mein Hobby, das Betriebssystem Linux, erzählen. Einige werden schon gemerkt haben, dass ich ein Debian-Fan bin, und so möchte ich etwas zu den ersten Schritten nach einer frischen Debian-Installation berichten. Debian-CDs kommen in der Regel aus lizenzrechtlichen Gründen ohne closed Source Treiber daher, was zuweilen zu einem schwarzen Bildschrim nach dem Neustart führen kann. Mit "strg", "alt" und "entf" kann man neustarten und kommt so in das Grub Bootloader-Menu. Bevor der Computer das System wieder hochfährt, drückt man beim Boot-Bildschrim "e" (steht für "edit") und kann so die Start-Parameter editieren. Nun muß man die Start-Parameter für den Kernel suchen und nach dem Wort "quiet" tippt man nach einem Leerzeichen "nomodeset". Dies verhindert, das der Grafik-Treiber schon beim Starten geladen wird, und man kommt so zumindest in die Konsole. Mit "strg" und "x" startet man dann das System.

Nun wird man nach dem Hochfahren von einem Login Bildschirm empfangen. Achtung - wenn man das Passwort eintippt, gibt es keine Reaktion des Rechners - das ist normal, man darf nur nicht nach dem Tippen vergessen, die "enter"-Taste zu drücken. Danach gibt man "su" in der Konsole ein und nun wird man nach dem Root-Passwort gefragt. Nach dem Eingeben des Passwortes ist man nun im Administrator-Modus. Als erstes editiert man die Datei "/etc/apt/sources.list". Unter dem Pfad "/etc" sind viele Konfigurationsdateien abgelegt, aber keine Angst, man muss in der Regel nur im Notfall welche editieren. Nun folgt der Befehl:

nano /etc/apt/sources.list

Der Inhalt sieht z. B. so aus:

deb http://debian.tu-bs.de/debian/ stretch main contrib non-free
deb-src http://debian.tu-bs.de/debian/ stretch main contrib non-free

deb http://security.debian.org/debian-security/ stretch/updates main contrib non-free 
deb-src http://security.debian.org/debian-security/ stretch/updates main contrib non-free 

# stretch-updates, previously known as 'volatile'
deb http://debian.tu-bs.de/debian/ stretch-updates main contrib non-free 

deb-src http://debian.tu-bs.de/debian/ stretch-updates main contrib non-free 

Achtung, die Parameter "contrib" und "non-free" muß man noch hinzufügen. Die fehlen bei einer frischen Datei. Mit "strg" und "o" speichert man die Änderungen, mit "strg" und "x" kommt man wieder aus dem Programm heraus. Man kann auch einen anderen Editor nehmen, aber ich finde "nano" am einfachsten. Nun tippt man:

apt-get update

Achtung, hier ist eine Internetverbidnung nötig, die man am besten schon während der Installation konfiguriert hat. Wenn man während der Installation mit Ethernet-Kabel am Router angeschlossen war, ist dies in der Regel automatisch erfolgt. Nun folgt der Befehl:

apt-get install firmware-linux

Wenn man ein Notebook hat und sein Wlan zum Laufen bringen will, kann danach auch ein "apt-get install firmware-realtek firmware-atheros" hilfreich sein. Die einzelnen Paketnamen trennt man mit einem Leerzeichen. Mit dem Paket "firmware-linux" werden weitere Grafiktreiber installiert und mit ein wenig Glück kommt man nach einem Neustart in die grafische Oberfläche. Ich hoffe, ich konnte einigen helfen. Wer immer noch schwerwiegende Probleme hat, dem wird auf der Webseite "www.debianforum.de" geholfen. Das ist einer der Vorteile von Linux - man hat eine Community, die einem oft weiterhelfen kann.

Sonntag, 25. März 2018

Intel/Nvidia Hybrid Grafik bei Mageia 6 und Ubuntu

Mageia 6 ist eine der bekannteren Distributionen und lässt sich überwiegend mit grafischen Tools konfigurieren. Auch gefällt mir das Design recht gut. Ich habe die Distribution auf meinem Acer Aspire E15 E5-574G-50TJ Notebook getestet. Die erste Hürde war das Bios, da musste man auf "Legacy Boot" stellen. Aber die größten Schwierigkeiten bereitete die Intel/Nvidia Hybrid Grafik. Die folgende Anleitung gilt, wenn man den proprietären Nvidia Treiber installieren will: Wenn man Mageia installiert und alle Updates eingespielt hat, muss man nach einem Reboot das Paket "mageia-prime" installieren. Danach führt man folgenden Befehl im Terminal aus:

/usr/sbin/mageia-prime-install -g

Achtung: die Option "-g" ist sehr wichtig, da sie den Treiber "nouveau" blacklistet und einen entsprechenden Code bei dem Bootloader Grub einträgt (nouveau.modeset=0). Alle anderen Versuche nouveau zu blacklisten waren bei mir wirkungslos. Dies ist wohl ein Bug bei Mageia. Danach startet man neu und die Nvidia-Karte wird nun mit dem proprietären Treiber betrieben. Ob man danach ohne viel Aufwand wieder auf Intel wechseln kann, habe ich nicht getestet. Wenn man wieder zu den Intel/Nouveau Treibern wechseln will, kann man mageia prime auch wieder deinstallieren:

/usr/sbin/mageia-prime-uninstall -g

Eine Englischsprachige Anleitung findet sich hier:

https://github.com/ghibo/mageia-prime

Ich hoffe, ich konnte einigen helfen. Am leichtesten händelt man die Hybrid-Grafik bei Ubuntu. Dort kann man mit dem Paket"ubuntu-drivers-common"  den proprietären Nvidia-Treiber installieren (bei Kubuntu "kubuntu-drivers-common"). Es sollte bei Ubuntu, Kubuntu, Xubuntu und Lubuntu schon installiert sein. Normalerweise gibt es einen Icon auf der Leiste, mit dem man das Programm starten kann. Das Programm findet sich auch im Startmenu, allerdings je nach Ubuntu-Derivat an unterschiedlichen Stellen (siehe erster Link). In dem Fester findet man dann dann einen Hinweis auf den proprietären Nvidia-Treiber, den man mit einem Klick installieren kann. Auch hier sollte man erst die Updates installieren und neustarten, bevor man das Programm startet. Wenn man "nvidia-settings" aufruft, gibt es eine Einstellungsmöglichkeit schnell zu Intel und damit in den stromsparenden Modus zurückzuwechseln. Man muss sich allerdings neu einloggen. Getestet habe ich eine angepasste Ubuntu-Version mit LXQT als Desktop (17.10). Hier einige Links zum Ubuntuusers Wiki:

https://wiki.ubuntuusers.de/Zusätzliche_Treiber/
https://wiki.ubuntuusers.de/Hybrid-Grafikkarten/PRIME/

Mittwoch, 14. März 2018

Hybrid Grafik mit Debian Stretch: Nvidia dauerhaft einrichten


Nach mehreren Tagen herumprobierens ist es mir endlich gelungen mein Problem mit der Intel/Nvidia Hybrid-Grafik zu lösen. Ich habe ein Acer E15 E5-574G-50TJ Notebook mit einer integrierten Intel-Grafikkarte und einer weiteren Nvidia-Karte (Geforce 940m). Als Desktop habe ich LXQT mit Lightdm als Display-Manager. Nun wollte ich die Nvidia-Karte dauerhaft mit dem proprietären Treiber einrichten. Dafür habe ich endlich folgende Anleitung (auf Englisch) gefunden:


Vorraussetzung für das ganze Prozedere ist die Installation des Paketes "x11-xserver-utils". Es klappte erst bei dem zweiten Versuch. Als Tipp: unbedingt die PCI-BusID in richtiger Schreibweise in die xorg.conf eintragen. Also "01:00.0" ist "1:0:0". Die BusID kann man durch den Befehl "lspci" herausfinden. Die xorg.conf sieht bei mir so aus:

Section "Module"
    Load "modesetting" 
EndSection 

Section "Device"
    Identifier "nvidia"
    Driver "nvidia" 
    BusID "PCI:1:0:0"
    Option "AllowEmptyInitialConfiguration" 
EndSection 

# Insert any additional custom configurations, below: 

Es ist noch ein Setup-Skript für Lightdm notwendig, das so aussieht: 

xrandr --setprovideroutputsource modesetting NVIDIA-0 
xrandr --auto 
xrandr --dpi 96 

Das Skript wird unter /usr/local/bin abgespeichert, z. B. als "switch_nvidia.sh".
Mit dem Befehl:

"chmod +x /usr/local/bin/switch_nvidia.sh"

wird es ausführbar gemacht. Unter "/etc/lightdm/lightdm.conf" muss man das Skript eintragen und unter dem Abschnitt "Seat" folgende Zeile eintragen: 

"display-setup-script=/usr/local/bin/switch_nvidia.sh

Die Zeile "display-setup-script=" steht in der Konfigurationsdatei schon drin, so dass man genau weiß, wo der Eintrag erfolgen muß. Nicht vergessen, die Raute vor der Zeile zu entfernen. Ich habe den Nvidia-Treiber von den Repositories genommen und danach installiert und neugestartet.

Achtung: Das Befolgen der Anleitung erfolgt auf eigene Gefahr, bisher habe ich es nur auf meinem Acer E15 getestet, ob es auch für andere Notebooks mit Hybrid-Grafik funktioniert, weiß ich nicht.

Montag, 26. Februar 2018

Kurzmeldung: Neue Studie legt nahe, dass Neanderthaler künstlerisch veranlagt waren

Eine neue Studie hat Höhlenmalereien in Spanien einer neuen Untersuchung unterzogen. Dabei wurden Carbonate, die sich über der Malerei gebildet hatten einer Uran-Thorium Datierung unterzogen. Das Ergebnis überraschte: die Malereien waren mindestens 64000 Jahre alt, 20000 Jahre, bevor der Moderne Mensch in Europa erreichte. Die Uran-Thorium Datierung ist für diesen Zeitraum die sicherere Methode, Radiocarbon-Datierung wird in der Regel nur bis zu einem Zeitraum von 60000 Jahren vor heute angewendet. Da vor 64000 Jahren nur der Neanderthaler in Europa umherstreifte, liegt der Gedanke nahe, das er für die Höhlenbilder verantwortlich ist. Untersuchungen an Neanderthalerschädeln, mit denen die Gehirnmasse ermittelt wurde, führten schon vor Jahrzehnten zu der Theorie, dass der Neanderthaler ähnliche intelektuelle Fähigkeiten wie der moderne Mensch hatte. Nur belegen konnte man dies nicht.

Quelle:
https://archaeologynewsnetwork.blogspot.de/2018/02/neanderthals-were-artistic-like-modern.html#AQhSu326pr5rbFlu.97

Samstag, 10. Februar 2018

Das verschollene Grab Alexander des Großen



Vor ein paar Tagen bin ich auf die sehr interessante Geschichte des Alexandergrabes gestoßen. Alexander, der 323 v. Chr. starb, hatte ein Weltreich erobert und wurde in Alexandria in Ägypten bestattet. Ptolemäus, ein General Alexanders, hatte sich der Leiche bemächtigt und sie nach Ägypten gebracht, wo er Stammvater der Ptolemäerdynastie wurde. Das Grab wurde in der Antike von vielen berühmten Persönlichkeiten besucht, darunter Kaiser Augustus. Der antike Geograph Strabo schreibt wie einige andere römische Autoren über das Alexandergrab: „Ein (anderer) Teil des königlichen Gebäudes ist das soganannte Sema, ein umschlossener Raum, innerhalb dessen sich die Grüfte der Könige und des Alexander befinden.“ Diese Textstelle, die darauf hinweist, dass das Grab bei dem am Meer gelegenen Palast der Ptolemäer gelegen war, wurde immer wieder angezweifelt. Allerdings gibt es einen weiteren Hinweis, dass das Grab zumindest in der Nähe der Ptolemäergruft gelegen war. Sueton schreibt über den Besuch des Oktavian (Augustus): " ... als man bei ihm anfragte, ob er vielleicht auch die Gruft der Ptolemäer in Augenschein zu nehmen wünsche, gab er zur Antwort, einen König, nicht Leichname habe er zu sehen gewünscht." Heute liegt der Palast unter dem Meeresspiegel vor Alexandria. Erdbeben, denen auch der berühmte Turm Pharos zum Opfer fiel, haben zu Landabsenkungen geführt. Immerhin hat man inzwischen den Palast wiederentdeckt und einige Statuen geborgen. Weitere Untersuchungen des Gebietes sind aber teuer und aufwendig, also wird man wohl noch eine Weile warten müssen, bis das Rätsel des Alexandergrabes gelöst ist.


Ende des vierten Jahrhunderts nach Christus verliert sich die Spur des Grabes. Wahrscheinlich wurde sein Heiligtum von Christen zerstört, da zu dieser Zeit die alten Götterkulte im römischen Reich entgültig abgeschafft wurden und das Christentum sich als alleinige Religion etablierte. Zu Alexanders Gebeinen gibt es eine merkwürdige Theorie. So ist der heilige Marcus, der vermutlich ebenfalls in Alexandria bestattet wurde, der Stammvater der koptischen Kirche in Ägypten. Dessen Grab wird kurz nach dem Verschwinden des Alexandergrabes in den schriftlichen Quellen plötzlich wieder aufgefunden. Zu dieser Zeit war es nicht unüblich, alte Heiligtümer mit christlichen Heiligen in Verbindung zu bringen. Der Kult wurde sozusagen unter neuen Namen weitergeführt. Dadurch sollte den Menschen damals der Übertritt in das Christentum erleichtert werden.

Im 9. Jh. wurden die Gebeine des Marcus von venezianischen Kaufleuten aus Alexandria entführt und in die Lagunenstadt gebracht. Über seinem Grab wurde der Marcusdom errichtet. Liegt also unter dem Marcusdom in Wirklichkeit Alexander der Große begraben? Selbst wenn dies so wäre, gibt es einen Haken. Der heutige Marcusdom ist nicht die erste Kirche an dieser Stelle und im 10. Jh. wusste man offenbar nicht mehr genau, wo das Grab lag. Es wurde aber "wiedergefunden" und die Gebeine neuerlich bestattet. Bestätigen könnte man diese Theorie eigentlich leicht. Wenn die bestatteten Knochen unter dem Marcusdom tatsächlich mit den Gebeinen identisch sind, die aus Alexandria entführt wurden, könnte eine C14- in Verbindung mit einer DNA-Analyse Klarheit bringen. Die Frage ist nur, ob die Kirche zustimmen würde.

Wer des englischen mächtig ist, für den habe ich dieses Video: https://www.youtube.com/watch?v=daiiOCi6p9I

Update: Ich wollte noch hinzufügen, dass das Grab Alexanders so eine Art Dauerbrenner in der Archäologie ist. Immer wieder wird behauptet, dass das Grab gefunden wurde. Danach hört man nichts mehr davon. Allerdings möchte ich auch nicht verschweigen, dass es neue, interessante Entwicklungen gibt. So wurde vor wenigen Jahren ein Grabhügel, der bei Amphipolis in Griechenland liegt, ausgegraben. Es wurden offenbar vier Kammern entdeckt. Auf der Spitze thronte eine Löwenstatue, in den Kammern wurden diverse Statuen und zwei Sphingen geborgen. Man vermutet, das der Grabhügel aus der Zeit von 325 bis 300 v. Chr. stammt. Es wurde spekuliert, dass die Schwester oder Mutter Alexanders dort begraben wurden. Dies war der Stand 2014. Im Jahr darauf war man schon etwas klüger. Es wurde eine Inschrift entdeckt, wonach das Grab für Hephaistion, dem Freund und Geliebten Alexanders, errichtet wurde. Er war der zweite Mann im Reich und starb 324 v. Chr., nur wenige Monate vor Alexanders Tod 323 v. Chr. Das Grab beleuchtet einen interessanten Ausschnitt aus der Zeit der Diadochenkriege, die kurz nach Alexanders Tod ausbrachen.

https://www.welt.de/geschichte/article147104447/Riesengrab-fuer-den-Liebhaber-Alexanders-des-Grossen.html