Freitag, 5. Dezember 2008

Cad Programme und Linux

Heute möchte ich mal kurz über CAD und Linux posten. Ich habe da einige frustrierende Experimente hinter mir und eine generelle Lösung gibt es nicht. Immerhin kann man mit dem Windows-Emulator Wine einiges ausrichten. Auf meinem System, Debian Lenny (Testing), habe ich das Windows-Programm A9CAD (ältere Versionen sind Freeware) zum laufen gebracht. Es kann dwg-Files öffnen, die von älteren AutoCAD Versionen erstellt wurden. DWG-Files von neueren AutoCAD Versionen konnte ich noch nicht testen.
Wie man wine konfiguriert, dazu gibt es ausführliche Hilfeseiten, z. B. unter www.ubuntuusers.de. Hier eine kurze Anleitung. Man installiert wine z. B. mit Synaptic (einfach Synaptic öffnen, Vorgehensweise ist selbsterklärend) und gibt dann im Terminal "winecfg" ein. Das kann man in der Regel auch über einen Menülink machen. Damit CD-Rom Laufwerke funktionieren muss man noch auf dem Menüpunkt "Laufwerke automatisch erkennen" (Registerkarte "Laufwerke") klicken und wenn man z. B. Spiele installieren will, sollte man auch mal auf die Registerkarte "Audio" klicken, um sicherzugehen, dass die Soundkarte auch mit wine funktioniert. Nun muss man die Setup-Datei von A9CAD anklicken (wine sollte automatisch starten) und wie unter Windows die Software installieren. Fehlermeldungen kann man getrost ignorieren. Unter Debian wird bei dem XFCE oder Gnome-Desktop in der Regel ein automatischer Menülink kreiert, mit dem man das Programm starten kann. Falls dies nicht der Fall ist, ist das Programm hier zu finden: ~/.wine/drive_c/Program Files/A9Tech/A9CAD/ (in dem jeweiligen home-Ordner)
Unter ubuntuusers findet man übrigens nicht nur allerlei Hilfeseiten zu Linux, sondern auch immer die neuste Version von Ubuntu, einem Betriebsystem, das auf Debian-GNU/Linux bassiert.

Donnerstag, 20. November 2008

Archäologie und Linux

Seit das Betriebsysten Linux Anfang der 90er das Licht der Welt erblickt hat, ist es vom Aussenseiter zu einer echten Alternative zu Windows geworden. Besonders Nutzer, die viel im Internet unterwegs sind, schätzen das Betriebsystem. Mittlerweile wird fast jede Computerarchitektur unterstützt und die Installation erfordert auch keine fortgeschrittenen PC-Kenntnisse mehr. Besonders die Linuxvarianten (sog. Distributionen) Ubuntu und Opensuse schwimmen auf einer Welle des Erfolgs. Für einen normalen Computernutzer gibt es für fast jedes gebräuchliche Windowsprogramm eine Linuxalternative. Doch hier kommen wir auch schon zu den Schattenseiten: den wer nach Spezialsoftware sucht, schaut leider bei Linux noch häufig in die Röhre. Die Softwarehersteller sehen in den Linuxnutzern einen noch zu kleinen Markt, um eine Extra Linuxversion anzubieten.
Doch immerhin gibt es ja die Linuxcommunity, die versucht hier Abhilfe zu schaffen. So gibt es auch einige Archäologen unter den Linuxanhängern, die bei der Softwareentwicklung mitarbeiten. Ein solches Projekt ist ArcheOS, eine Distribution, die speziell für Archäologen entwickelt wurde. Die dort vertretene Software hat bereits einige gute Funktionen, allerdings ist sie für Speziallfälle, wie die vollständige Migration einer Grabungsfirma zu Linux nur bedingt geeignet.
Immerhin bieten Distributionen wie Ubuntu, auf die ArcheOS basiert, bereits einige gute Hilfsmittel. So sind beispielsweise Excel-Tabellen vollständig in OpenOffice importierbar und können auch wieder in dem Microsoft-Format ohne Formatierungsfehler exportiert werden. Auch die Erstellung von Präsentationen für Vorlesungen oder Vorträge ist mit OpfenOffice kein Problem. Sogar die Erstellung von 3D-Rekonstruktionen ist mit Linux (z. B. das Programm Blender) möglich. Für die Erstellung von Datenbanken hat man mit MySQL oder OpenOffice-Base viele Werkzeuge zur Hand. Sogar Windows-Software kann man mit Hilfe der Software Wine zum Laufen bringen. Hier sind allerdings schon fortgeschrittene Kenntnisse gefragt, da manche Programme nur mit bestimmten Startparametern laufen und sehr viele leider gar nicht. Doch die Unterstützung für Windows-Office-Programme ist bei Wine sehr gut.
Hier kommen wir aber auch schon zu den Defiziten. Das eine sind die Treiber. So sollte ein Computer bereits ein halbes Jahr und ein Notebook etwa ein Jahr auf dem Markt sein, da man bei einem nagelneuen Modell in Gefahr läuft, das einige Komponenten noch nicht richtig funktionieren. Diese Wartezeit kann man etwas verkürzen, wenn man den neuesten Kernel benutzt (Betriebsystem-Kern), doch hier sind ebenfalls etwas erweiterte Kenntnisse gefragt. Natürlich muss man dazu sagen, dass es auch neue Computermodelle gibt, die sofort umfassend unterstützt werden. So gibt es bei einigen Anbietern (z. B. Dell) auch PC's oder Notebooks mit vorinstallierten Linux. Das andere Problem ist ein speziell archäologisches, und zwar Tachymeter und Autocad. In Bezug auf die CAD-Software gibt es zwar bereits Linux-Programme (z. B. QCAD oder das kommerzielle VariCad), doch habe ich bisher noch keine Lösung gefunden, wie unter Linux Daten eines Tachymeters in ein Linux-CAD Programm importiert werden können. Ein Ansatz könnte Wine sein, doch es könnte sein, dass die nötigen Treiber für eine Verlinkung von einem Linux-Computer mit einem Tachymeter erst noch geschrieben werden müssen. Wer hier mehr weiss, ich bin für Kommentare immer offen.
Das ganze soll natürlich nur eine kleine Einführung sein, einige Details, wie z. B. Wine, kann ich ja noch in zukünften Beiträgen behandeln. Zunächst kann ich zum Abschluß sagen, dass in Fragen Sicherheit Linux eine sehr gute Wahl ist. Keinen Ärger mehr mit Viren und Würmern und auch die Programmabstürze machen einen nicht mehr das Leben schwer. Darüber hinaus ist Linux OpenSource, auf gut deutsch - umsonst. Lediglich vereinzelt gibt es kommerzielle Software, z. B. VariCad oder Distributionen, die Support beinhalten. Ich hoffe, ich habe manche neugierig auf Linux gemacht. Es gibt zwar noch einige Probleme mit Linux, aber die Community sorgt zunehmend dafür, dass diese beseitigt werden. Auch hilft diese große Gemeinschaft in Internetforen, wenn man einmal nicht mehr weiter weiss.

Update: Es gibt ein Betriebsystem-unabhängiges Programm namens "totalopenstation" (TOPS), das offenbar Daten von Tachymetern importieren kann. Es ist in den Debian und Ubuntu Quellen vorhanden.

Freitag, 14. November 2008

Grabungsfirmen, die dritte

Heute möchte ich nur kurz zu selbstständigen Archäologen etwas nachtragen. Ich habe ja bereits angedeutet, dass manche etwas unerwartet in diese Berufssituation hineinschlittern und dann auf einige wichtige Dinge nicht genau achten. Dazu gehört auch, dass man ab einem bestimmten Einkommen als Freiberufler Umsatzsteuer zahlen muss. Soweit ich weiss, liegt die Grenze des Umsatzes etwa so bei 18000 € im Jahr. Jeder, der darüber liegt, muss in seinen Rechnungen die Umsatzsteuer ausweisen. Ich bin natürlich kein Steuerbüro und kann daher jedem raten, sich vor dem Schritt in die Selbstständigkeit genau über solche Dinge zu informieren.

Im folgenden werde ich über etwas weniger bürokratische Dinge berichten. So ist eines meiner Hobbies das Betriebsystem Linux. Leider ist für Archäologen interessante Software bei Linux noch nicht so häufig anzutreffen. Über meine Erfahrungen damit und wie man Windows-Software auch auf Linux zum laufen bringt, berichte ich das nächste mal.

Freitag, 24. Oktober 2008

Grabungsfirmen, die zweite

Dieser kleine Eintrag ist all denen gewidmet, die versuchen, in diesem Geschäft Fuß zu fassen. Zunächst gibt es da natürlich verschiedene Ausgangspositionen. Studenten, die sich etwas dazu verdienen wollen, Quereinsteiger, die als Grabungstechniker ihr Glück versuchen und natürlich Studienabgänger, die sich in der rauen Berufswelt etablieren wollen. Um es kurz zu machen, wer hartnäckig genug ist, kann es in diesem Berreich durchaus zu etwas bringen, aber leider gibt es auch in diesem Berufszweig nicht nur edle Gemüter. Um es gleich klar zu stellen, ich werde hier keine Firma an den Pranger stellen und auch keine Empfehlungen aussprechen. Wie in allen Berufszweigen ist auch hier etwas Köpfchen und Eigeninitiative gefragt. Für den Anfang gibt es eine kleine, nette Liste auf der Webseite der Uni Bamberg.
Hier sind die meisten Grabungsfirmen, nach Bundesländern geordnet, aufgeführt. Immerhin kann ich den einen oder anderen Tipp geben. So sollte man als "Grabungsfacharbeiter" auf Lohnsteuerkarte in jedem Falle einen zweistelligen Stundensatz haben. Bei Firmen, die weniger bezahlen, ist Vorsicht geboten. Viele Firmen beauftragen selbständige Archäologen, die auf Rechnung arbeiten. Eine solche selbständige Tätigkeit sollte man aber nur nach reiflicher Überlegung in Angriff nehmen. Denn wenn man sich zu sehr von einem Auftraggeber abhängig macht, läuft man in Gefahr, als "Scheinselbstständig" zu gelten. So weit ich weiss gibt es da einige Kriterien, die man nicht erfüllen sollte. So sollte man nicht weisungsgebunden sein und nicht mehr als 90 Prozent seiner Arbeitszeit für einen Auftraggeber arbeiten (Angaben ohne Gewähr). Ich habe mich damals zu Beginn meiner Tätigkeit freiwillig überprüfen lassen und hatte nach erfolgreichen Bestehen eine Sorge weniger. Denn es kann zu Nachzahlungen von Sozialversicherungsbeiträgen kommen (wie gesagt, Angaben ohne Gewähr). Heute arbeite ich auf Lohnsteuerkarte als normaler Angestellter und bin damit auf der sicheren Seite.
Über die Tarife für Grabungstechniker bin ich leider nicht so ganz orientiert, aber soweit ich weiss müssten 15-17  EUR Stundensatz auf Lohnsteuerkarte eingermaßen verbreitet sein. Was Grabungsleiter anbetrifft, gibt es leider immer noch sehr viele, die weniger als 20 EUR Stundensatz verdienen, aber hier gibt es auch Unterschiede. So sind bei denjenigen, die als Selbsständige arbeiten, 2 bis 3 EUR dazu zu rechnen, da Selbständige den Arbeitgeberbeitrag selbst schultern müssen.
Ich hoffe, ich konnte mit diesem Leitfaden ein wenig weiterhelfen, wie gesagt, für Fragen und Kritik bin ich immer offen. Leider tauschen sich Archäologen über ihre Verdienste viel zu wenig aus, was natürlich den Missbrauch Tür und Tor öffnet.

Grabungsfirmen

Heute möchte ich kurz auf sog. "Grabungsfirmen" eingehen. Für alle, die nicht wissen, um was es sich dabei handelt, hier eine kurze Einführung. Im Prinzip sind es Firmen, die sich auf archäologische Grabungen spezialisiert haben. Das Ganze funktioniert in etwa folgendermaßen: Ein Bürgermeister will z. B. in seiner Gemeinde ein neues Baugebiet ausweisen. Nun wandert so ein Bauantrag durch diverse Behörden und sollte im Normalfall auch bei der Abteilung Bodendenkmalpflege des Landesamtes für Denkmalpflege landen. Diese Abteilung stellt nun fest, das in der Nähe bereits archäologische Funde gemacht wurden und verfügt nun zunächst, dass der Oberbodenabtrag (Wegbaggern des Humus) durch einen Archäologen beobachtet wird. Diese Massnahme übernimmt nun eben die Grabungsfirma. Im Landesamt gibt es eine Liste mit Firmen, die nun an den Bauherrn, in dem Fall die Gemeinde, gesendet wird. Der Bürgermeister kann nun durch eine Ausschreibung die günstigste Firma herausfinden und nach Erteilung der Grabungsgenehmigung durch das Amt kann nun die Massnahme beginnen.

Das Ganze ist natürlich etwas verkürzt dargestellt und wie so vieles in unserer Zeit etwas bürokratisch. So werden beim Erteilen der Grabungsgenehmigung und dem Schriftverkehr schon einige dutzend Seiten bedrucktes Papier erzeugt. Nun stellt sich natürlich die spannende Frage, wer bezahlt nun das Ganze? Nun ich fürchte, in dem oben geschilderten Fall hat der Bürgermeister den schwarzen Peter. Der kann natürlich die Grabungskosten auf die Preise der Baugrundstücke umlegen, aber das steigert die Atraktivität der Baugrundstücke nicht unbedingt. Darüber hinaus kann es natürlich auch passieren, was durchaus häufiger vorkommt, das bei der Beobachtung des Oberbodenbatrages tatsächlich etwas gefunden wird und eine Grabungsmaßnahme durchgeführt wird. Diese wird oft von derselben, je nach Kapazität manchmal auch von einer anderen Firma übernommen.

Übrigens ist die Übernahme der Kosten durch den Verursacher, also den Bauherrn, soweit ich weiss mittlerweile von einigen Bundesländern sogar gesetzlich geregelt. Auch wenn diese Regelung für viele Archäologen Lohn und Brot bedeutet, ist sie aber vielleicht nicht unbedingt sozial. Eine Verteilung der Belastung auf mehr Schultern wäre meiner Ansicht nach gerechter. Aber der Versuch "Kultur" zu privatisieren hat schon manch seltsam skurriles zu Stande gebracht.

Für Kritiken und Korrekturen bin ich übrigens jederzeit offen.

Donnerstag, 11. September 2008

Platons Atlantis


Zu Beginn möchte ich einige Infos zu meiner Person liefern. Hauptberuflich bin ich Archäologe (Ur- und Frühgeschichte) und arbeite Für Firmen, die sich auf archäologische Grabungen spezialisiert haben. Nebenberuflich schreibe ich gerne, z. B. für Magazine wie "Karfunkel" oder Webseiten wie "suite101".
Viele werden sich wahrscheinlich fragen, kann man eigentlich von Archäologie leben? Naja, ich kann dazu nur sagen, man schlägt sich eben so durch. Immerhin bieten Grabungsfirmen, die erst in den 90ern so richtig aufgekommen sind, heute viele Jobmöglichkeiten für Archäologen, die frisch von der Uni kommen. Meist ist man da allerdings nur Projektweise angestellt.

Zu den Punkt "Grabungsfirmen" kann ich ja später noch genauer eingehen, zunächst möchte ich etwas werben in eigener Sache. Während meiner Grabungspausen habe ich mich einem Buchprojekt gewidmet, mit dem Titel "Das Rätsel des Aristokles". Es geht dabei im Prinzip darum, etwas Übersicht über diverse etwas ernstzunehmendere Atlantistheorien zu bekommen. So ist es nur wenig bekannt, dass auch einige Archäologen durchaus in Erwägung ziehen, hinter Platons Text vom untergegangenen Kontinent könnte ein historisches Geschehen stehen. Darunter waren Persöhnlichkeiten wie Adolf Schulten oder Spyridon Marinatos. Dabei werden Schauplätze wie Tartessos, Santorin, Troja oder die Seevölkertexte in Medinet Habu beleuchtet. Natürlich werden auch Platon und seine Motive, die zu der Niederschrift des Textes geführt haben, untersucht. Also insgesamt eine kleine Einführung für all diejenigen, die sich über diesem umfangreichen Thema einen Überblick verschaffen wollen.
Ich weiss, dies ist natürlich ein heikles Thema, viele haben sich daran schon die Finger verbrannt. Aber das ist auch das Problem. Kaum jemand kann noch dem Thema unvoreingenommen gegenüberstehen. Ich habe versucht, so viele Informationen zusammenzutragen, dass sich jeder selber ein Urteil bilden kann. Manch einer wird sich sicher fragen, warum ich gerade Tartessos, Santorin, Troja und die Seevölkerthese ausgewählt habe. Der Hauptgrund war wohl der, dass diese Thesen u. a. auch in wissenschaftlichen Fachzeitschriften diskutiert wurden, was nicht gerade jede Atlantis-These von sich behaupten kann. Am Schluss des Buches stelle ich selbst eine These vor, was letztendlich dazu beigetragen hat, dass Platon die Legende so und nicht anders geschrieben hat und über Rückmeldungen würde ich mich freuen. Wer sich für mehr Informationen über das Buch interessiert, der wird h i e r fündig.