Dienstag, 15. Dezember 2009

Archäologie und Selbstständigkeit

An dieser Stelle möchte ich das Thema Selbstständigkeit etwas weiterspinnen. Es ist ja immer wieder erstaunlich, wie kreativ Menschen werden, wenn es ums Geldverdienen geht. Auch Altertumswissenschaftler, die frisch vom Studium kommen und nicht gleich etwas finden, müssen sich überlegen, wie es weitergeht. Wenn ich zum Beispiel die Berufswege einiger Studienkollegen betrachte, kann man da schon einige Anregungen bekommen, welche Alternativen es gibt. Der einfachste Weg zur Selbstständigkeit, zumindest was Behördengänge angeht, ist sicherlich der eines Freiberuflers. Hier muss man sich lediglich bei dem Finanzamt melden. Man sollte dies allerdings nicht erst bei seiner Steuererklärung machen, sondern bereits am Beginn seiner Tätigkeit. Hier gibt es für diesen Zweck einen Vordruck, den man nur ausfüllen muss. Man erspart sich hinterher viel Ärger, da mit dem Formular auch die Frage geklärt wird, ob man die Umsatzsteuer auf seinen Rechnungen ausweisen muss oder nicht - oder anders ausgedrückt, ob man von der Umsatzsteuer befreit ist oder nicht. Wie bereits früher erwähnt, kann das schon eine kleine Stolperfalle sein. Eine andere Sache sind die Sozialversicherungen. Wenn man beispielsweise zwischen seiner Selbstständigen Arbeit immer wieder Pausen hat, so wie ich vor einigen Jahren, muss man das der Krankenkasse melden (also Abmeldung der freiberuflichen Tätigkeit und Wiederanmeldung), da diese dann die Beiträge neu anpasst - also beispielsweise nimmt man im Frühjahr seine Grabungstätigkeit wieder auf, dann ist eine Meldung erforderlich. Auf diese Weise kann man im Winter etwas Geld sparen, wenn man z. B. vom Ersparten lebt, da man dann nur einen geringeren Beitragssatz zahlen muss.
Doch zurück zu meinen Studienkollegen. Ein Teil davon hat den freiberuflichen Weg gewählt. Sie arbeiten beispielsweise wie ich für Grabungsfirmen, sie sind in diversen Archiven tätig, oder entwerfen Ausstellungen für Museen. Über die Grabungsfirmen habe ich ja schon berichtet, hier sollte ich vielleicht noch nachtragen, dass es mittlerweile durch neue kürzere Fristsetzungen vom Landesamt für Denkmalpflege es schwieriger geworden ist, die erforderliche Büroarbeit, also die Aufbereitung der Grabungsdokumentation für die Abgabe, in den Winter hinüberzuziehen. Dadurch ergibt sich mitunter (allerdings war das auch früher schon so) eine Winterpause. Den im Prinzip kann man zwar im Winter graben, aber da das mit höheren Kosten für den Auftraggeber verbunden ist, ergeben sich zwangsläufig weniger Aufträge.
Ein Freund von mir hat einen recht ungewöhnlichen Weg in die Selbstständigkeit eingeschlagen. Er hat einen Internetshop mit Artikeln für den Archäologischen Bedarf aufgemacht. Neben Fachliteratur, Artikeln für Grabungsfirmen und Bodendenkmalpflege kann man hier auch orginelle Geschenkideen wie z. B. eine Mammuttasse erwerben. Ein anderer Berufskollege hat einen Versandhandel für antiquarische Bücher aufgebaut. Man sieht also, es gibt durchaus Möglichkeiten.
Eine andere Möglichkeit ist die des Wissenschaftsjournalisten oder -autors. Dazu gibt es in Berlin einen Aufbaustudiengang. Der cleverste Weg ist natürlich bereits im Studium bei der Fächerwahl neben Ur- und Frühgeschichte auch Journalismus zu berücksichtigen. Allerdings ist dies entweder bei bestimmten Unis nicht möglich oder die Fächerwahl ist durch die neue Bachelorreform nicht möglich. Ich selbst bin in die Schriftstellerrei recht zufällig hineingerutscht, damals habe ich auf eine Kontaktanzeige im Internet reagiert. Das Forum von damals gibt es leider nicht mehr, sonst hätte ich gleich auch einen Tipp parad. Immerhin gibt es einige Zeitschriften, die nicht so Auflagenstark sind, bei denen sich eine Bewerbung als Einsteiger lohnt. Dadurch kann man dann Arbeitsproben sammeln, die einen dann helfen, lukrativere Auftraggeber an Land zu ziehen. Einen ähnlichen, allerdings recht ungewöhnlichen Weg, schlug eine andere Studienkollegin von mir ein. Sie schreibt historische Romane. Ihr Erstlingswerk heist "die Druidin". Dafür hat sie übrigens recht gute Kritiken bekommen.

So, dass wars wieder für heute. Aber vielleicht habe ich ja dem ein oder anderem eine kleine Anregung geben können.



PKV Vergleich

Montag, 26. Oktober 2009

Grab der Cleopatra: neue Grabungen im November

Ich habe hier eine zugegebenermaßen etwas ältere Meldung im Netz gefunden, dass die Suche nach dem Grab der Cleopatra im November fortgesetzt wird. Falls es etwas neues gibt, werde ich es selbstverständlich hier melden.

Sonntag, 26. April 2009

Das Grab der Cleopatra


In den letzten Wochen geisterte eine Nachricht durch die Medien, die ich den Lesern meines Blogs nicht vorenthalten möchte. In einer Fundstelle 50km von Alexandria/Ägypten entfernt glauben Archäologen auf der Spur von dem Grab der Cleopatra zu sein, der letzten Herrscherin des antiken Ägypten. Die Forscher kommen aus der Dominicanischen Republik und Ägypten - und natürlich ist der umtriebige Leiter der Ägyptischen Altertümerverwaltung, Zahi Hawass auch zur Stelle. Vielleicht erinnern sich einige noch an seine Live-Berichterstattung an der Cheops-Pyramide, wo ein automatischer Roboter ins Innere des Bauwerks geschickt wurde.

Um die ägyptische Königin ranken sich einige Geschichten, deren Wahrheitsgehalt nicht immer überprüft werden kann. So soll sie nach der Niederlage ihres Geliebten Marcus Antonius, ein Rivale des späteren Kaisers Augustus, Selbstmord durch eine Giftschlange verübt haben. Die dominikanische Archäologin Kathleen Martinez ist der Überzeugung, dass ihr Grab am sog. Taposiris-Tempel zu finden ist. Mumien von Edelleuten bestätigen immerhin, dass der Tempel auch als Begräbnisstätte genutzt wurde. Bei Bodenradar-Untersuchungen fanden sich auch 3 unterirdische Kammern, doch bis die Archäologen zu ihnen vordringen, kann es wohl noch einige Monate dauern. In der Nähe befindet auch der Sommersitz des ägyptischen Präsidenten, was die Arbeit der Forscher etwas erschwert, da während seiner Anwesenheit auf dem Landsitz nicht gegraben werden darf.

Man darf also gespannt sein - und Zahi Hawass träumt derweil von der "Entdeckung des Jahrhunderts".

Montag, 30. März 2009

Wie eine Grabung entsteht


Wer schon einmal eine archäologische Grabung gesehen hat, wird sich sicher gefragt haben, was da eigentlich vor sich geht. Meist sieht man nur eine von der Grasnarbe befreite Fläche mit einigen Löchern und vielleicht auch ein paar Aushubhaufen. Nun - auch wenn es nicht so aussieht, das Ganze hat System. Zunächst gibt es eine Reihe von Grabungsmethoden, so muss man bei einer altsteinzeitlichen Grabung anders vorgehen als z. B. bei einer eisenzeitlichen Siedlung oder einer mittelalterlichen Stadtkerngrabung. An dieser Stelle möchte ich die Methode der sog. "Flächengrabung" vorstellen, wie man sie bei einer jungsteinzeitlichen oder jüngeren vorgeschichtlichen Siedlung anwenden würde.

In den heutigen Zeiten knapper Kassen werden Grabungen meistens nur durchgeführt, wenn eine vorgeschichtliche Fundstelle von Baumaßnahmen bedroht ist. Natürlich gibt es auch reine Forschungsgrabungen, die von Universitäten durchgeführt werden, doch die sind relativ selten. Wenn man Archäologie studiert, hat man nur selten das Glück, einmal im Ausland eine Kampagne mitmachen zu können, die meisten Grabungen finden im Innland statt. Doch kehren wir zu der Grabung zurück. Oft sind die Fundstellen durch oberflächliche Lesefunde schon bekannt, doch kann es auch passieren, dass erst während einer Baumaßnahme etwas entdeckt wird. Auch wird zuweilen, wenn eine Fundstelle in der Nähe ist, der Oberbodenabtrag vor einer Baumaßnahme beobachtet. Wenn die obere Humussschicht, die meist durch Pflügen gestört ist, abgetragen ist, tritt der sog. "anstehende" Boden zu Tage, dass heist eine Bodenschicht, die normalerweise ungestört ist. An dieser Stelle kann es nun passieren, dass Verfärbungen auftreten, die sich vom anstehenden Boden unterscheiden. Hier muss nun geprüft werden, ob es sich um pflanzliche oder tierische Störungen handelt oder eben um menschliche Eingriffe.

Bei diesen menschlichen Eingriffen kann es sich z. B. um künstlich angelegte Gruben, Grabensysteme oder Pfostenstandspuren handeln. Bei guten Bedingungen kann man so ganze Hausgrundrisse erkennen. Bevor man weiter vorgeht, wird mit Hilfe eines digitalen Vermessungsgerätes ein Plan dieser Verfärbungen erstellt und diese werden zusätzlich auch fotografiert. Erst jetzt kann die eigentliche Grabungsarbeit beginnen. Die Verfärbungen (Befunde) werden nun nach einem ausgefeilten System geschnitten. Ziel ist es, ein möglichst aussagekräftiges Profil zu bekommen, um Tiefe und Form der Grube zu ermitteln. Die Archäologen entscheiden dabei immer vor Ort, wie dieser Schnitt auszusehen hat. Während bei einer Pfostenstandspur nur ein Profil quer durch den Befund gezogen wird, werden bei größeren Gruben ein Quer und Längsprofil oder auch kompliziertere Schnitte darübergelegt. Bei großem Gruben oder Komplexen, die aus mehreren zusammenhängenden Gruben bestehen, wird auch in regelmäßigen Abständen ein sog. "Zwischenplanum" angelegt, das heist eine Art künstliche Ebene, um eventuell im ersten Planum nicht erkannte Befunde freizulegen.

Zweck des Ganzen ist die zeitliche Reihenfolge der Befunde herauszufinden. Schließlich werden die Profile ebenfalls fotografiert und gezeichnet. Die geborgenen Funde werden nach Befund und zugehöriger Schicht geordnet. Dazwischen gibt es noch weitere Arbeitsschritte, wie die Beschreibung des Planums und der Profile. Meist endet man schließlich vor dem Rechner, da die handgeschriebene Dokumentation nun eingegeben und geordnet werden muss. Das alles ist jetzt etwas verkürzt dargestellt und natürlich gibt es oft diverse Schwierigkeiten wie Zeitdruck oder schlechtes Wetter. Aber im Prinzip sieht so meist die tägliche Arbeit eines Feldarchäologen aus.

Debian Lenny und LXDE


Heute gibt es mal wieder etwas über mein Hobby, das Betriebssystem Linux. Viele kennen vielleicht das Problem. Man hat einen alten Laptop zu Hause, auf dem schon lange keine aktuelle Software mehr läuft, aber man kann sich einfach nicht von dem guten Stück trennen. Hier kommt nun Linux ins Spiel. Denn mit etwas Erfahrung kann man sich mit Hilfe von Linux wie in einem Baukasten ein auf die eigenen Bedürfnisse angepasstes System zusammenbasteln. So sind auch das Grundsystem und die grafische Oberfläche zwei voneinander unabhängige Bausteine. Und hier kann man sehr viel an Ressourcen sparen. Denn bei Linux gibt es nicht nur Gnome, KDE oder XFCE als Desktopoberfläche, seit neuestem kann man sich auch das sparsame LXDE als grafische Oberfläche installieren. Bei meinem Toshiba Notebook nutzt LXDE im Grundbetrieb lediglich 100 MB des Arbeitsspeichers.

Doch wie installiert man es? Hier gibt es zwei Möglichkeiten. Sowohl bei Debian, wie auch bei Ubuntu, kann man bei einem bereits existierenden System LXDE einfach zusätzlich über den Paketmanager Synaptic installieren. Man wählt einfach das Pake "LXDE", die erforderlichen weiteren Pakete werden automatisch mit installiert. Auf meinem Notebook läuft zur Zeit Debian Lenny, und hier gibt es noch eine weitere Möglichkeit der Installation. Alles was man braucht ist eine sog. "Netinstall" CD mit dem Debian Grundsystem und einen Router oder ein DSL-Modem. Die CD kann man sich bei "www.debian.org" herunterladen. Beim Starten wird man von einem Boot-Menu empfangen, dass viele Optionen zulässt. Einerseits gibt es ein grafisches Installationsmenu, andererseits ein Text-basiertes. Zusätzlich kann man sich für die Expertenversion oder die normale Installation entscheiden. Ersteres ist für alle DSL-Modem Besitzer notwendig, da hier ein Internet-Anschluß konfiguriert werden kann. Wer einen Router hat, muss sich damit nicht herumschlagen.

Doch einen Menupunkt habe ich bisher ausgelassen. Denn man kann auch die Desktopoberfläche auswählen - LXDE ist unter der Rubrik "weitere Fenstermanager" zu finden. Wenn man diese Einstellungen beim Booten vorgenommen hat, ist auch schon das Schwierigste geschafft. Mit Hilfe des grafischen Menus läuft die Installation fast von ganz alleine. Allerdings kann es je nach DSL-Anschluß schon ein bischen dauern, bis die ganze Software installiert ist, da das meiste es aus dem Netz gesaugt wird.

Wenn man nun endlich sein neues System gebootet hat, muss man noch einige kleine Anpassungen vornehmen. Im Home-Ordner muss meistens unter ~/.config noch der Ordner "autostart" angelegt werden. Unter /usr/share/applications findet man Verknüpfungen zu den installierten Anwendungen. Wenn eine automatisch gestartet werden soll, muss man sie nur in dem "autostart" - Ordner kopieren. Außerdem sollte im Home-Ordner noch der Ordner "Desktop" erstellt werden. Das ganze klingt jetzt etwas umständlich, aber vielleicht werden diese Probleme ja in Zukunft von den LXDE-Programmierern behoben. Das wars fürs erste mal wieder, und wer es mal selbst probieren will, dem wünsche ich viel Spaß.