Montag, 30. März 2009

Wie eine Grabung entsteht


Wer schon einmal eine archäologische Grabung gesehen hat, wird sich sicher gefragt haben, was da eigentlich vor sich geht. Meist sieht man nur eine von der Grasnarbe befreite Fläche mit einigen Löchern und vielleicht auch ein paar Aushubhaufen. Nun - auch wenn es nicht so aussieht, das Ganze hat System. Zunächst gibt es eine Reihe von Grabungsmethoden, so muss man bei einer altsteinzeitlichen Grabung anders vorgehen als z. B. bei einer eisenzeitlichen Siedlung oder einer mittelalterlichen Stadtkerngrabung. An dieser Stelle möchte ich die Methode der sog. "Flächengrabung" vorstellen, wie man sie bei einer jungsteinzeitlichen oder jüngeren vorgeschichtlichen Siedlung anwenden würde.

In den heutigen Zeiten knapper Kassen werden Grabungen meistens nur durchgeführt, wenn eine vorgeschichtliche Fundstelle von Baumaßnahmen bedroht ist. Natürlich gibt es auch reine Forschungsgrabungen, die von Universitäten durchgeführt werden, doch die sind relativ selten. Wenn man Archäologie studiert, hat man nur selten das Glück, einmal im Ausland eine Kampagne mitmachen zu können, die meisten Grabungen finden im Innland statt. Doch kehren wir zu der Grabung zurück. Oft sind die Fundstellen durch oberflächliche Lesefunde schon bekannt, doch kann es auch passieren, dass erst während einer Baumaßnahme etwas entdeckt wird. Auch wird zuweilen, wenn eine Fundstelle in der Nähe ist, der Oberbodenabtrag vor einer Baumaßnahme beobachtet. Wenn die obere Humussschicht, die meist durch Pflügen gestört ist, abgetragen ist, tritt der sog. "anstehende" Boden zu Tage, dass heist eine Bodenschicht, die normalerweise ungestört ist. An dieser Stelle kann es nun passieren, dass Verfärbungen auftreten, die sich vom anstehenden Boden unterscheiden. Hier muss nun geprüft werden, ob es sich um pflanzliche oder tierische Störungen handelt oder eben um menschliche Eingriffe.

Bei diesen menschlichen Eingriffen kann es sich z. B. um künstlich angelegte Gruben, Grabensysteme oder Pfostenstandspuren handeln. Bei guten Bedingungen kann man so ganze Hausgrundrisse erkennen. Bevor man weiter vorgeht, wird mit Hilfe eines digitalen Vermessungsgerätes ein Plan dieser Verfärbungen erstellt und diese werden zusätzlich auch fotografiert. Erst jetzt kann die eigentliche Grabungsarbeit beginnen. Die Verfärbungen (Befunde) werden nun nach einem ausgefeilten System geschnitten. Ziel ist es, ein möglichst aussagekräftiges Profil zu bekommen, um Tiefe und Form der Grube zu ermitteln. Die Archäologen entscheiden dabei immer vor Ort, wie dieser Schnitt auszusehen hat. Während bei einer Pfostenstandspur nur ein Profil quer durch den Befund gezogen wird, werden bei größeren Gruben ein Quer und Längsprofil oder auch kompliziertere Schnitte darübergelegt. Bei großem Gruben oder Komplexen, die aus mehreren zusammenhängenden Gruben bestehen, wird auch in regelmäßigen Abständen ein sog. "Zwischenplanum" angelegt, das heist eine Art künstliche Ebene, um eventuell im ersten Planum nicht erkannte Befunde freizulegen.

Zweck des Ganzen ist die zeitliche Reihenfolge der Befunde herauszufinden. Schließlich werden die Profile ebenfalls fotografiert und gezeichnet. Die geborgenen Funde werden nach Befund und zugehöriger Schicht geordnet. Dazwischen gibt es noch weitere Arbeitsschritte, wie die Beschreibung des Planums und der Profile. Meist endet man schließlich vor dem Rechner, da die handgeschriebene Dokumentation nun eingegeben und geordnet werden muss. Das alles ist jetzt etwas verkürzt dargestellt und natürlich gibt es oft diverse Schwierigkeiten wie Zeitdruck oder schlechtes Wetter. Aber im Prinzip sieht so meist die tägliche Arbeit eines Feldarchäologen aus.

Debian Lenny und LXDE


Heute gibt es mal wieder etwas über mein Hobby, das Betriebssystem Linux. Viele kennen vielleicht das Problem. Man hat einen alten Laptop zu Hause, auf dem schon lange keine aktuelle Software mehr läuft, aber man kann sich einfach nicht von dem guten Stück trennen. Hier kommt nun Linux ins Spiel. Denn mit etwas Erfahrung kann man sich mit Hilfe von Linux wie in einem Baukasten ein auf die eigenen Bedürfnisse angepasstes System zusammenbasteln. So sind auch das Grundsystem und die grafische Oberfläche zwei voneinander unabhängige Bausteine. Und hier kann man sehr viel an Ressourcen sparen. Denn bei Linux gibt es nicht nur Gnome, KDE oder XFCE als Desktopoberfläche, seit neuestem kann man sich auch das sparsame LXDE als grafische Oberfläche installieren. Bei meinem Toshiba Notebook nutzt LXDE im Grundbetrieb lediglich 100 MB des Arbeitsspeichers.

Doch wie installiert man es? Hier gibt es zwei Möglichkeiten. Sowohl bei Debian, wie auch bei Ubuntu, kann man bei einem bereits existierenden System LXDE einfach zusätzlich über den Paketmanager Synaptic installieren. Man wählt einfach das Pake "LXDE", die erforderlichen weiteren Pakete werden automatisch mit installiert. Auf meinem Notebook läuft zur Zeit Debian Lenny, und hier gibt es noch eine weitere Möglichkeit der Installation. Alles was man braucht ist eine sog. "Netinstall" CD mit dem Debian Grundsystem und einen Router oder ein DSL-Modem. Die CD kann man sich bei "www.debian.org" herunterladen. Beim Starten wird man von einem Boot-Menu empfangen, dass viele Optionen zulässt. Einerseits gibt es ein grafisches Installationsmenu, andererseits ein Text-basiertes. Zusätzlich kann man sich für die Expertenversion oder die normale Installation entscheiden. Ersteres ist für alle DSL-Modem Besitzer notwendig, da hier ein Internet-Anschluß konfiguriert werden kann. Wer einen Router hat, muss sich damit nicht herumschlagen.

Doch einen Menupunkt habe ich bisher ausgelassen. Denn man kann auch die Desktopoberfläche auswählen - LXDE ist unter der Rubrik "weitere Fenstermanager" zu finden. Wenn man diese Einstellungen beim Booten vorgenommen hat, ist auch schon das Schwierigste geschafft. Mit Hilfe des grafischen Menus läuft die Installation fast von ganz alleine. Allerdings kann es je nach DSL-Anschluß schon ein bischen dauern, bis die ganze Software installiert ist, da das meiste es aus dem Netz gesaugt wird.

Wenn man nun endlich sein neues System gebootet hat, muss man noch einige kleine Anpassungen vornehmen. Im Home-Ordner muss meistens unter ~/.config noch der Ordner "autostart" angelegt werden. Unter /usr/share/applications findet man Verknüpfungen zu den installierten Anwendungen. Wenn eine automatisch gestartet werden soll, muss man sie nur in dem "autostart" - Ordner kopieren. Außerdem sollte im Home-Ordner noch der Ordner "Desktop" erstellt werden. Das ganze klingt jetzt etwas umständlich, aber vielleicht werden diese Probleme ja in Zukunft von den LXDE-Programmierern behoben. Das wars fürs erste mal wieder, und wer es mal selbst probieren will, dem wünsche ich viel Spaß.