Donnerstag, 31. Oktober 2013

HP Drucker und Debian Wheezy

Vor einigen Tagen verweigerte mein 3 Jahre alter Canon Drucker seinen Dienst - wahrscheinlich der Druckkopf. Ich stand nun vor der Wahl einen neuen Druckkopf zu besorgen, oder zu dem gleichen Preis einen neuen Drucker. Ich entschied mich für das Multifunktionsgerät "HP Deskjet 1510". HP wird von den unterschiedlichen Linux-Distributionen recht gut unterstützt, das erforderliche Paket ist "hplip".

Bei Debian Wheezy kann man das Paket mit dem Paketmanager installieren, allerdings unterstützt die bei Debian Wheezy enthaltene Version den Drucker nicht. Auf der Webseite von hplip gelangt man über den Download Button zu einem Wizard, wo man seine Linux-Distribution und das Drucker-Modell auswählt. Schließlich wird man auf die eigentliche Downloadseite geführt, wo die erforderliche hplip-Version zum Download bereitsteht. In meinem Fall war das "hplip-3.13.10.run". Im Terminal macht man das Paket mit dem Befehl "chmod +x hplip-3.13.10.run" ausführbar (vorher mit dem Befehl "su" root werden). Danach gibt man "exit" ein, da hplip nicht als root gestartet werden sollte, und schließlich startet man hplip mit dem Befehl "./hplip-3.13.10.run". Vorher sollte allerdings die Paketmanager-Version deinstalliert sein.

Hier gibt es etwas zu beachten. Die aktuelle Version hplip-3.13.10 berücksichtigt die Aktualisierungen zwischen Debian 7.1 und 7.2 noch nicht, aber bei mir konnte hplip ohne Probleme installiert werden. Während des Installationsvorganges wird man nach seinem root-Passwort gefragt, da etliche Pakete nachinstalliert werden müssen. Wenn die Installation gelungen ist, kann man mit "hp-setup" (als root) seinen Drucker installieren. Unter KDE erscheint dann ein kleiner blauer Button mit dem hp-Logo rechts auf der Leiste, mit dem man seinen Drucker konfigurieren kann. Dies ist sehr nützlich, da bei der eben erläuterten Installation im Programmenü kein Eintrag auftaucht. Hilfreich ist auch, wenn man den Benutzer der Gruppe "lpadmin" hinzufügt, aber das kann jeder selbst entscheiden. Man bekommt dann weitere Rechte in der Druckerverwaltung. Weitere Informationen findet man auch im Wiki bei ubuntuusers.

Edit: Der Scanner wird von Sane offenbar unterstützt. Ob er allerdings vor der Installation von hplip funktioniert, habe ich nicht getestet. Danach hat er ohne Probleme funktioniert. Eines sollte ich vielleicht noch erwähnen. Mit der Installation von "build-essential" aus dem Paketmanager hatte ich bereits vorher einige grundlegende Kompilierungswerkzeuge installiert. Ob das Installationsscript von hplip diese ebenfalls installiert, bin ich überfragt. Und noch etwas. Inzwischen habe ich den Menüeintrag des "Hp Device Managers" gefunden. Er liegt bei "Startmenü - Dienstprogramme".

Update (10.11.2013): Inzwischen gibt es eine neue Version von hplip, die Debian Wheezy 7.2 unterstützt.

Montag, 1. April 2013

"Die Kelten: Geschichte - Religion - Mythos" erscheint demnächst bei BOD

Einige Leser dieses Blogs werden sich sicher gefragt haben, was aus dem Keltenbuch geworden ist. Ich habe mich nun entschieden, es bei BoD (Books on Demand) zu veröffentlichen. Es trägt den Titel "Die Kelten: Geschichte - Religion - Mythos". Es ist eine Einführung in die Geschichte der keltischen Stämme von der ersten Erwähnung durch griechische Autoren im späten 6. Jahrhundert v. Chr. über die keltischen Wanderungen bis hin zur römischen Eroberung Galliens und Britanniens. Ein Schwerpunkt liegt neben der Geschichte, den Bestattungssitten, Handwerk und Handel auch auf der Religion der Kelten. Hier werden einige archäologische Befunde exemplarisch vorgestellt. Auch auf die König Artus - Legende wird eingegangen. Im Anhang gibt es eine kleine Einführung in die Arbeit der Archäologen.


Klappentext:

"Über kaum ein anderes antikes Volk wird soviel spekuliert wie über die Kelten. Sogar Hollywood hat sich ihrer angenommen. Immer wieder überraschen Funde aus archäologischen Grabungen selbst Fachwissenschaftler. Viele Facetten der keltischen Kultur geben immer noch Rätsel auf. Was schreiben die römischen und griechischen Autoren über die Kelten? Was weiß man über ihre religiösen Bräuche? Das vorliegende Buch will ein wenig Licht dieses Dunkel bringen und nimmt den Leser mit auf eine spannende Reise durch das vorgeschichtliche Europa."

 
Inhaltsverzeichnis


Die Kelten – eine Einführung

Von den Anfängen bis zur römischen Besatzung

Sprache und Schrift

Stammesverbände

Handwerk und Handel

Die Grabhügel der Fürsten

Viereckschanzen

Die Moorleiche vom Lindow Moss

Die Druiden

Kopfjagd und Menschenopfer

Keltische Sagen und Legenden – König Artus

Die Kelten einst und heute



Anhang


Archäologische Methoden

Die Kelten in Griechischen und Römischen Quellen


Das Buch wird voraussichtlich in einigen Wochen erscheinen und auch zu einem zivilen Preis zu haben sein. Über neuere Entwicklungen werde ich an dieser Stelle berichten.

Update:
Einige Ansichtsexemplare sind bei BoD bestellt, das Buch wird jetzt hoffentlich bald bei BoD und Amazon eingestellt sein. Voraussichtlich wird es für 7,90 Euro zu haben sein.

Edit:
Das Buch ist bereits zum Druck freigegeben und bei BoD und Amazon bestellbar. Die Kindle-Version ist hier zu finden. Bei Amazon finden sich inzwischen auch zwei neue Rezensionen. Google Play findet sich hier.


Unsere Pressemitteilungen

Freitag, 29. März 2013

Neandertaler - Homo Sapiens Hybrid entdeckt?

Laut dem Journal PLoS ONE wurden in Norditalien ein Hybrid aus Neandertaler und Homo Sapiens entdeckt. Das Genom konnte erfolgreich untersucht werden und es wurde festgestellt, das die Mitochondriale DNA mit Neandertaler Genen übereinstimmt. Da die Mitochondriale DNA nur von Müttern weitervererbt wird, hatte der Hybrid offenbar eine Neandertalerin als Mutter und einen Homo Sapiens als Vater. Der Fund wurde bei Grabungen in dem Abris Riparo di Mezzeno in der Monti Lessini Region in Italien gemacht:

Link


Mittwoch, 27. Februar 2013

Rezension: Wurde Amerika in der Antike entdeckt?

Wer meine Artikel bei suite101 und in diesem Blog gelesen hat, wird meine Vorliebe für Antike Seefahrt kennen, insbesondere durch die Karthager und Römer. Daher ist es nicht weiter verwunderlich, das ich auf ein Buch von Hans Giffhorn aufmerksam wurde, mit dem Titel: "Wurde Amerika in der Antike entdeckt? Karthager, Kelten und das Rätsel der Chachapoya." Giffhorn ist Professor i. R. für Kulturwissenschaften an den Universitäten Göttingen und Hildesheim. Er produzierte neben seinen Forschungen auch Dokumentarfilme für ARD, ZDF und Arte, und unternahm bisher rund 50 Reisen rund um den Globus.

Auf einer seiner Reisen nach Südamerika wurde Giffhorn auf die präkolumbianische Kultur der Chachapoya Indianer aufmerksam, die im heutigen Nordostperu siedelten. Sie wurden am Ende des 15. Jh. von den Inkas nach langen Kämpfen unterworfen. Als Pizarro mit seinen Soldaten das Inkareich eroberte, schien sich das Blatt zu wenden, doch eingeschleppte Krankheiten durch die Spanier führten schließlich zum Untergang der Chachapoyas.

Die Eroberer berichteten allerdings seltsames. So seien die Chachapoyas "weiser" als die anderen Indianer, was sogar zu Interpretationen führte, unter den Chachapoyas hätte es blonde und rothaarige Menschen gegeben. Daher blieb es nicht aus, dass während der Nazizeit Theorien von europäischen Kulturbringern wild ins Kraut schossen. Somit sind Theorien, die den Ursprung der Chachapoyas in Europa suchen natürlich besonders heikel, aber Giffhorn hat mit viel Elan Indizien zusammengetragen, die nach seiner Ansicht auf eine Verbindung mit den antiken Kartagern hinweisen. Diese hätten sich mit ihren Verbündeten, auf der iberischen Halbinsel siedelnden Kelten und Einwohnern der Balearen, zu einer grossen Reise aufgemacht, als Karthago im 3. punischen Krieg endgültig unterging. Die Reise führte nach dieser Theorie zunächst an der Küste Afrikas entlang, dann mit der Strömung und vorherrschenden Winden über dem Atlantik an die Küste des heutigen Brasiliens, und schliesslich den Amazonas hinauf bis zu den Ausläufern der Anden.

Das Buch ist spannend geschrieben und trotz seiner auf dem ersten Blick weit hergeholten Theorie durchaus wert gelesen zu werden. Giffhorn stößt hier in eine Forschungslücke, da bisher über dem Ursprung der Chachapoyas wenig bekannt ist. Allerdings hat er, wie gesagt, eine Indizienkette zusammengetragen und um so eine spektakuläre Theorie zu beweisen, braucht es dennoch ein bischen mehr. Das heist aber noch nicht, das alles haltlos wäre. Besonders in letzter Zeit häufen sich die Indizien, das Karthager möglicherweise tatsächlich nach Amerika verschlagen wurden. Ihre Handelswege an der Küste Westafrikas sind bekannt, und aus der beginnenden Neuzeit sind Fälle von solchen Verschlagungen, wie Giffhorn bemerkt, belegt. Ein anderes Indiz ist ein karthagischer Münzschatzfund auf den Azoren, auf dem ich bereits hier eingegangen bin.

Alles in allem ein sehr lesenswertes Buch, auch wenn ich nicht mit allen Gedankengängen des Autoren konform gehe. Weitere Artikel zu möglichen antiken Seereisen über dem Atlantik sind hier und hier zu finden.

Donnerstag, 7. Februar 2013

Tipps für Linux: Die "Home" Partition

Eingefleischte Linux Fans kennen das Problem: Man möchte seine Linux-Distribution auf eine neue Version updaten aber seine Daten behalten. Wenn man aber nicht schon vorher beim Partitionieren dieses Problem bedacht hat, kann man eigentlich nur wie z. B. bei Debian oder Ubuntu durch updaten der "sources.list" und schließlich per "apt-get dist-upgprade" sein System auf den neuesten Stand bringen. Auch opensuse bietet eine ähnliche Funktion an. Allerdings können sich durch dieses Vorgehen auch Fehler im System einschleichen. Der weisere Weg ist eine komplette Neuinstallation. Wie kann man aber seine Daten erhalten? Dies geht in der Regel nur, wenn man schon zu Beginn, wenn man den Rechner auf Linux umstellt, eine extra "/home" Partition anlegt. Nähere Informationen zur "/home" Partition gibt es hier.

In dem /home/"Username" Verzeichnis befinden sich diverse versteckte Konfigurationsdateien, die man aber nicht unbedingt alle in die neue Distributionsversion mitnehmen sollte. Wichtig sind z. B. Mail-Konfigurationen wie ".thunderbird" oder Browserkonfigurationsdateien wie ".mozilla". Wenn man Linux das erste Mal installiert, sollte man zumindest eine "swap", eine "/" und eine "/home" Partition anlegen. Die "/" Partition sollte je nachdem wieviel Ṕakete man installiert, etwa 10 bis 20 GB haben. Den Rest kann man für "/home" reservieren. Das alles kann man während der Installation konfigurieren, manche Distributionen schlagen auch eine Partitionierung mit einem "/home" Verzeichnis vor, so das es etwas einfacher geht. Beim Update einer Distribution muss man nur darauf achten, das man beim Installieren manuelle Partitionierung wählt. Die "/home" Partition muss man dann wieder neu einbinden. Man sollte natürlich aufpassen, das man dabei nicht versehentlich formatiert.

Auch wenn man die Linux-Distribution wechselt, kann man auf diese Weise seine Daten und Konfigurationsdateien mitnehmen. Das ist natürlich etwas verkürzt dargestellt und es empfielt sich vor dem Installieren die wikis der diversen Distributionen ansehen.

Edit: Wenn man einige der versteckten Konfigurationsdateien nicht löscht, kann es besonders bei einem Wechsel der Distribution zu unerwarteten Effekten kommen. So sollte man am besten beim löschen der versteckten Dateien eine Live-CD benutzen, die Lese und Schreibzugriff auf die "/home" Partition ermöglicht. Gute Erfahrungen habe ich dabei mit einer Fedora-Live CD gemacht. Wenn man einfach das alte Betriebsystem startet, und die versteckten Dateien löscht, stellen sie sich z. T. wieder her. Wenn die Installation des neuen Systems abgeschlossen ist, kann dies zu merkwürdigen Aussehen des Desktops führen. So z. B. wenn man die gleiche Desktopoberfläche benutzt, z. B. xfce, aber eine andere Distribution. Dabei sollte auch der Ordner "Desktop" oder "Arbeitsfläche" gelöscht werden. Man muss sich etwas heran tasten, welche Ordner man stehen lässt und welche nicht. Und natürlich sollte man immer ein Backup seiner Daten machen.

Insgesamt ist diese Methode etwas schwieriger als das normale "dist-upgrade", aber am Ende hat man ein frisches, neues System.