Mittwoch, 31. August 2016

Die Paiute und die "rothaarigen Riesen"

Im westlichen Nevada/USA, am Rande der Humboldt Senke liegt eine kleine Höhle in der Nähe des Ortes Lovelock. In der Höhle wurden bei Ausgrabungen Spuren der sog. Lovelock-Kultur entdeckt, die bis zu 4000 Jahre in die Vergangenheit reicht. Später wurde diese Kultur von den Paiute Indianern verdrängt. Diese unauffällige Höhle ist mit einer Legende verknüpft, die von einigen amerikanischen Sachbuchautoren immer wieder nacherzählt wird. Darin geht es um "rothaarige Riesen", die in der Höhle gelebt haben sollen. Diese wären Kannibalen gewesen und hätten den Paiute das Leben schwer gemacht. Die Paiute schlugen zurück und forderten die Riesen auf, die sich in ihre Höhle zurückgezogen hatten, sich zu ergeben. Als diese nicht herauskamen, legten die Paiute vor der Höhle Feuer.

Leider wurde beim Abbau von Guano am Anfang des 20. Jahrhunderts viel zerstört, jedenfalls kamen bei den Archäologischen Grabungen keinerlei Riesenknochen zu Tage. Brian Dunning von "skeptoid.com" hat den Fall untersucht und sich in die mündlichen Überlieferungen der Paiute eingelesen. Nach seiner Aussage finden sich in den von ihm zu Rate gezogenen Quellen keine Hinweise auf Erzählungen von Riesen. Die roten Haare liessen sich durch Mumien erklären, deren eigentlich schwarzes Haar durch die Bodenchemie rot wurde. Wie kamen die Sachbuchautoren dann auf Riesen? Dies kann auch Dunning nicht schlüssig erklären. Von einem der Guano-Förderer ist ein Bericht über ein Skelett überliefert, das "6 Fuß, 6 inch" (ungefähr 1,95m) groß gewesen sei. Dies ist aber nur einer von mehreren Vorschlägen zur Erklärung der Legende. Durch die Zerstörung großer Teile der Bodenablagerungen wird sich auch dieses Rätsel wohl kaum lösen lassen.

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